15.X.1914 „Wir werden meist mit Erbsensuppe abgefüttert“

Liebe Eltern!

Auf unserer Rundreise durch Belgien kamen wir gestern Nachmittag nach Namur, das sehr schön liegt. Die Spuren der Belagerung sind nicht zahlreich, wir sahen nur Schützengräben, ein zerschossenes Fort und verbrannte Häuser.

Wir fahren mit unglaublicher Langsamkeit, da alle paar Stunden ein Militärzug fährt. Dreimal am Tag werden wir meistens mit Erbsensuppe abgefüttert.
Belgien macht einen kultivierten Eindruck und ist landschaftlich reizvoll, besonders belgisch Luxemburg. Das ganze Land wimmelt von netten Landsturmleuten, die Eisenbahn ist ganz deutsch. Gestern begegneten wir einem Zug gefangener Franctireurs. Eben steigen wir aus und setzen die Gewehre zusammen. Wir befinden uns in Grammont (zwischen Brüssel und Gent).

Wolfgang

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